Von der Quelle bis zum Schluss

21. Mai 2016

Vor Dir liegt Dein Fluss
Watest nicht hindurch
Wartest noch worauf
Bist versteckt im Schilf

Warten – auf die richtige Strömung
Starten – ohne Untergehn

Dann legst du ab – wirst mitgerissen
In tiefe Wasser mit schwankendem Wissen
Wohin und wofür – was treibt dich hier an
Auf Wellen reiten – worauf kommt es an

Treiben lassen in Deinem Fluss

Du gerätst in einen Strudel
kannst im Auge nichts mehr seh’n
Du spürst das Salz auf deiner Zunge
wo vorher süße Wasser geh’n.

Eiskalt – ein Wirbel zieht dich zu Boden
Kein Halt – suchst du den Ausgang dafür

Dann spuckst du aus – schwimmst dich hinaus –
holst dir die Luft – und atmest tief ein!
Du kommst zurück – und schüttelst all diese Tropfen vom Gesicht –
und kannst Dich wieder.

Treiben lassen in Deinem Fluss

 

(c) T+M: T.Wiesel, 2013